Den Mehrwert hinter den Zahlen kommunizieren - Kamingespräch mit Hering Schuppener

Unser kommoTalk Ende November hat sich mit dem Thema „Finanzkommunikation - Zwischen digitaler Disruption und Kontinuität“ beschäftigt. Simon Steiner von der Kommunikationsberatung Hering Schuppener berichtete von den Chancen und Herausforderungen, welche die Digitalisierung für die Finanz- und Kapitalmarktkommunikation mit sich bringt. Simon Steiner berät große Unternehmen in allen Fragen der Finanzkommunikation und strategischen Positionierung – dabei muss er die digitale Kommunikation permanent mitdenken. Es ist bereits das zweite Mal, dass die international tätige, auf strategische Kommunikation spezialisierte Beratung gemeinsam mit kommoguntia e.V. zum Kamingespräch geladen hat.

Die Digitalisierung ist bereits in vollem Gange und hat unser Kommunikations- und Mediennutzungsverhalten merklich verändert: Während die Bedeutung von Printmedien abnimmt, gewinnen Free Content-Angebote und Social Media zunehmend an Bedeutung. Auch in der Finanzkommunikation sind Blogs, Facebook und Twitter mittlerweile zu wichtigen Informationsplattformen für relevante Zielgruppen avanciert. Verglichen mit dem angloamerikanischen Raum besteht diesbezüglich in Deutschland und Europa zwar noch Nachholbedarf. Zunehmend mehr Unternehmen erkennen jedoch auch in Deutschland, dass in der Finanzkommunikation mehr zählt als nur die bloße Übermittlung von Zahlen.In diesem Kontext durchläuft die Unternehmenskommunikation einen Veränderungsprozess, der mit einem Wandel ihrer klassischen Aufgaben einhergeht.

Während etablierte Formate wegfallen, eröffnet die Digitalisierung neue Möglichkeiten: Pressemitteilungen lassen sich nicht nur als Text, sondern beispielsweise auch als anschauliche Infografik mit Bewegtbildelementen gestalten. Bezüglich des Geschäftsberichts geht der Trend hin zu mehr Storytelling inklusive spannender Hintergrundgeschichten. Es zeigt sich: Hier ist deutlich mehr drin als nur Zahlenkolonnen.

Trotz vieler neuer Möglichkeiten birgt die zunehmende Digitalisierung durchaus auch Risiken: Die Anonymität des Internets begünstigt beispielsweise die Streuung von Gerüchten. Durch gezielte Fake-Meldungen wird versucht, die Kurse an den Börsen zu manipulieren. Auch darum ist trotz digitaler Vernetzung der persönliche Austausch mit den Stakeholdern nach wie vor wichtig.

Vor diesem Hintergrund richtet Simon Steiner den Blick nach vorn und nennt drei Trends, auf die die Finanzkommunikation in Zukunft noch stärker reagieren müsse: Erstens müssten insbesondere zahlenlastige Informationen kreativ und verständlich dargestellt werden. Zweitens werde die Kommunikation über digitale Kanäle in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Dabei müsse sie drittens noch flexibler werden und aus gewohnten Mustern und klassischen Formaten ausbrechen.

Wir bedanken uns herzlich bei Simon Steiner und seinen Kolleginnen und Kollegen von Hering Schuppener für das spannende Gespräch und den interessanten Einblick in die Welt der Finanzkommunikation.