Der hohe Wert eines PR-Studiums - eine überfällige Debatte

von: 
kommoguntia

Wir von kommoguntia freuen uns über die aktuelle Debatte in der PR-Branche um Nachwuchstalente und -gehälter. Wir begrüßen die von GPRA-Präsident Uwe Kohrs angekündigte Kampagne für Mindesthonorare.

Eine Auseinandersetzung über die teilweise sehr geringen Einstiegsgehälter in Agenturen ist aus unserer Sicht längst überfällig. Für das, was PR-Studierende lernen und leisten, sind 20.000 Euro* brutto zu wenig.

1. Ein PR-Masterstudium ist wertvoll.
Unser Studium zeichnet sich durch einen hohen Praxisanteil aus. Regelmäßig erarbeiten wir umfassende Kommunikationskonzepte für reale Unternehmen. Zahlreiche Vorträge und Workshops mit Praktikern vertiefen das Lehrangebot der Hochschulen.

PR-Studierende beschäftigen sich dabei mit nahezu allen Themenbereichen der Unternehmenskommunikation. Sie entwickeln eine systematische und analytische Herangehensweise, die auch den breiten Themenspektren der Agenturen gerecht wird. Denn nur, wer über solides handwerkliches Können und fundiertes Theoriewissen verfügt, kann andere sinnvoll beraten und führen. Hohe NCs für Masterplätze sowie Praktika, Werksstudententätigkeiten und ehrenamtliches Engagement neben dem Studium sprechen für die sehr hohe Leistungsbereitschaft der Absolventen.

Nicht zuletzt durch eben die hohen NCs und die spezifische thematische Ausrichtung auf PR ist ein Master in PR/UK/Kommunikationsmanagement nicht vergleichbar mit Masterabschlüssen in themenfremden Fächern der Geistes- oder Sozialwissenschaft oder einem Bachelorabschluss und sollte deshalb beim Berufseinstieg entsprechend gewürdigt werden.

2. Wer diese Leistungen nicht auch finanziell wertschätzt, wertet damit den Beitrag der Kommunikation im Allgemeinen ab.
Wer talentierte und leistungsstarke Nachwuchstalente nicht an große Managementberatungen verlieren möchte, muss eine vergleichbare Bezahlung gewährleisten.

3. Wir sind offen für einen noch intensiveren Austausch mit der Praxis und begrüßen diesen ausdrücklich.
Wir, die Studierenden, wünschen uns eine direkte Ansprache und konkrete Unterstützungs- und Weiterbildungsangebote. Sich auf diesem Weg ergänzende Fähigkeiten anzueignen ist im Interesse aller Seiten. Trotz allem muss die Unabhängigkeit der Universitäten gewahrt bleiben. Universitäre Lehre darf nicht den Interessen Einzelner verpflichtet werden.

Zum Hintergrund:

In der PR-Branche ist jüngst eine Diskussion um Nachwuchstalente, -fähigkeiten und deren Bezahlung ausgebrochen. Auslöser war ein Artikel von GPRA-Präsident Uwe Kohrs im PRmagazin (online nur als Vorschau). Kurze Zeit später meldeten sich die Studierenden der Public Relations Hannover zu Wort. Zuletzt äußerte sich Uwe Kohrs im PR-Journal ("20.000 Euro brutto pro Jahr") und im Rahmen einer Veranstaltung der Public Relations Studenten Leipzig.